Samstag, 16. Juni 2007

Justoneword - Familie 2

Es macht einfach (zu) viel Spaß - ich mußte noch ein Layout zu "Familie" machen. Ich finde es ziemlich schwierig, Schwarzweiß-Fotos zu verscrappen - aber ich habe auch einfach zu wenige cardstocks. Das richtige Papier ist nie dabei. Also muß ich Kompromisse machen - zumindest noch 1-2 Wochen. Leider ist es schon ziemlich dunkel und ich konnte kein besonders gutes Foto mehr machen.

Familie 2


Das Journaling:

Eigentlich ist man ja dazu erzogen worden - zumindest die Älteren unter uns - die Familie zu schätzen und bestenfalls zu lieben. Aber jeder kennt sicherlich eine geschwätzige Tante, die in einer Endlosschleife über die uns unbekannten Nachbarn erzählt, Onkel, die eine anödende Diaschau ihrer letzten Schwarzwaldreise vorführen, einen Neffen, der mehr Metall an Nase, Lippen und Ohren hat als wir im ganzen Haushalt oder einen alten Großonkel, der immer die gleichen Witze ohne Pointe erzählt und stets vergißt, sich die Hose zuzumachen.

Aber - Gottseidank - man sieht sich ja nur selten. Viel schlimmer wird es, wenn im engsten Familienkreis eigenwillige und ausgefallene Verhaltensweisen und persönliche Ausdrucksformen gepflegt werden. Wir haben ja alle keine Vorurteile und beurteilen Menschen nach ihren inneren Werten - zumindest in der Theorie. Aber wenn dann der Sohn mit einem Irokesenhaarschnitt auftaucht, die Tochter sich nur schwarz kleidet und weiß schminkt, der Ehemann darauf besteht, daß zur kurzen Hose Sandalen mit Socken viel bequemer sind und die eigene Mutter plötzlich dem Jugendwahn verfällt und sich jünger kleidet als die Tochter - dann macht man seine Einkäufe und Ausflüge lieber ganz allein.

Auch die Erinnerung an die eigenen "Entgleisungen" in der Jugend helfen nicht wirklich. Man versteht plötzlich seine Mutter, die "so" mit einem nicht auf die Straße gehen wollte: mit einem Rock bis auf den Boden, aber bis oben aufgeknöpft, schwarzen Stiefeln bis über die Knie und die Augen fett schwarz umrandet und die Lippen weiß geschminkt.

Das Wissen um die inneren Werte seiner Lieben hilft auch nicht viel, denn die bleiben Fremden auf der Straße ja nun leider verborgen. Bleibt nur "Augen zu und durch" und die stete Hoffnung, daß wir ja früher oder später auch wieder ganz normal geworden sind - oder wenigstens fast.







1 Kommentar:

Barbara hat gesagt…

Ich lache mich hier gerade weg, das ist der Oberhammer ! Ich kannte diese "seltsamen" Fotos von dir zwar schon, aber dein Journaling dazu ist einfach göttlich !